Es gibt hin und wieder Film Abende, an denen man eigentlich nichts Großes erwartet. Man klickt sich durch die Mediathek, zahlt 14,99 Euro für einen Film und denkt sich: naja, das wird halt ein durchschnittlicher Hollywood-Versuch. So war’s bei mir mit F1 Der Film. Und dann sitz ich plötzlich da, mitten drin in einem Werk, das mir mehr gegeben hat, als ich erhofft hatte. Und das als eingefleischster F1 Fan.
Brad Pitt als Sonny Hayes, ein Rennfahrer, der in den 90ern nach einem Unfall alles verlor, hat mich sofort abgeholt. Nicht weil die Geschichte besonders neu wäre (Stallone hat ja etwas ähnliches schon gemacht), sondern weil sie mit einer gewissen Ernsthaftigkeit erzählt wird. Ein Mann, der seine Vergangenheit nicht abschütteln kann, ein Team, das ihn wieder zurück ins Spiel holt, Rivalen, die stärker sind als erwartet. All das wirkt fast klassisch. Und trotzdem ist es zeitgemäß verpackt, mit Bildern, die so nah am Renngeschehen dran sind, dass man beinahe das Vibrieren im Lenkrad spürt. Hans Zimmer sein OST macht natürlich sein Übriges *g
Natürlich, das aktuelle IMDB Rating von 7,9 scheint ein wenig zu hoch gegriffen. Ich würde ehrlicher bei rund 7,2 landen. Der Film hat Längen, er dehnt sich manchmal. Bissi knackiger hätte man den schon schneiden können. Aber langweilig war er keineswegs. Aber er trägt dieses Gefühl in sich, das man aus den 80er-Jahre Streifen kennt. Ein Hauch Nostalgie, gepaart mit modernen Mitteln, die den Zuschauer in den Sitz drücken.
Apple und Warner Bros. haben hier keinen kleinen Wurf gemacht, sondern ein Spektakel, das mehr als 552 Millionen Dollar eingespielt hat. Fast schon ironisch, dass ich diesen Blockbuster alleine am Sofa gesehen habe. Aber vielleicht war das genau der richtige Rahmen, um die Stille nach den Rennszenen auszuhalten, das Echo von Geschwindigkeit und Sturzflügen im Kopf noch nachhallen zu lassen.
Vielleicht ist das die eigentliche Überraschung: dass ein Film, den ich fast achtlos ausgeliehen habe, mich mit solch einem Nachgeschmack zurücklässt. Es war nicht nur Unterhaltung, sondern auch ein kleines Stück Reflexion über Verluste, zweite Chancen und das Altern. Und gerade das macht ihn sehenswert.